Quelle:
FUNDSTÄTTEN UND FUNDE AUS VORGESCHICHTLICHER, RÖMISCHER UND ALAMANNISCH-FRÄNKISCHER ZEITIM GROSSHERZOGTUM BADEN.
DR. ERNST WAGNER
ERSTER TEIL. DAS BADISCHE OBERLAND.
Tübingen. 1908

Abkürzungen.

Br. Bronzezeit.

Ha. Hallstattzeit.

R. Römisch.

Gr. S. Khe. Großh. Staats-Altertümersammlung Karlsruhe.

Gurtweil

Br. Im Gewann "Steinäcker", 1 km südlich von Gurtweil in der Talebene, fand 1875 ein Bauer beim Pflügen eines Ackers Stücke eines Bronzeschwerts, von dem der etwas abgescheuerte Griff (Fig. 85) in die Gr. S. Khe (C. 5304) gelangte. C. F. Mayer vermutete an der Ha. Stelle der mäßigen Erhöhung wegen einen Grabhügel und fand 1883 bei der Untersuchung in der Tat noch die Tonscherben von drei Gefäßen derselben Art wie in den Grabhügeln von Geißlingen (s. Fig. 83), ein großes bauchiges schwarzgraues Gefäß mit niederem aufrechtem Rand (H. 38 cm) und zwei am Boden und am Rand mit Kerbstrichen verzierte Schüsseln, die eine schwarzgrau (Dm. 27,5 cm, H. 9,5 cm), die andere tonrot (Dm. 31 cm, H. 10,5 cm). Die Stücke gehören der Hallstattperiode an; die Zugehörigkeit des frühbronzezeitlichen Schwerts zu dem Grabfund ist unsicher (Wagner, H. u. U. 1885, S. 19).

R. östlich von Gurtweil, wo die Talstraße hart am Rande des Hochgestades vorbeizieht und von ihr zwei Feldwege, der eine dem Glockenberg zu, der südliche zum sog. "Schloßbückle" führen, stößt man längs des ganzen Wegs schon in 0,5 m Tiefe auf Mauern römischen Ursprungs von ziemlicher Ausdehnung, dabei Ziegel, Stücke von bemaltem Wandverputz, Tongefäßscherben etc. Mitteilung von C. F. Mayer, September 1893; Schreiber, T.B. IV, S. 269.

zurück